Driften.
Flucht und Migration
14 Menschen im Porträt

Ein Film von Margit Schild

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Einsatzmöglichkeiten für Schulen
- Lehrprogramm gemäß §14JSchG -

Geeignet für alle Schulformen Sek I etwa ab Klasse 8 sowie für Sek II. Fächer: Politik, Geschichte, Kunst, Sozialwissenschaften, Erdkunde, Erziehungswissenschaften, Religion, Philosophie.

Der Film "Driften" kann ein zentrales didaktisches und psychologisches Problem lösen helfen in Klassen mit Schülerinnen und Schülern, die Erfahrungen gemacht haben mit Flucht, Vertreibung, Migration: Vor allem, wenn die Migrationserfahrungen mit Traumata verbunden sind oder wenn Lehrer/innen und Mitschüler/innen dies nicht sicher wissen, bestehen Unsicherheiten bei allen Beteiligten und Gefahren der Retraumatisierung für die Schüler/innen mit entsprechenden Erfahrungen. Die unvermittelte Thematisierung der schmerzhaften Erfahrungen ebenso wie ein unausgesprochenes Schweigegebot diesbezüglich können für die Betroffenen kurz- und langfristig sehr belastend sein. Damit mittelfristig Gespräche über Erfahrungen von Flucht, Verlust, Fremdheit möglich werden, muss zunächst eine Atmosphäre entstehen, in der alle Schüler/innen das Vertrauen entwickeln können, im Unterricht solche Erfahrungen angstfrei und diskret anzusprechen. Ein Film kann hier hilfreicher sein als ein Gespräch, der Blick auf erzählte Erfahrungen Anderer weniger bedrohlich als das direkte Besprechen eigener Erfahrungen.

Der Film "Driften" ist genau hier auf zweierlei Weise hilfreich: Inhaltlich kommen sehr verschiedenartige Migrationserfahrungen authentisch und nicht zu lang zur Sprache, so dass dem Betrachter unterschiedlichste Identifikationsangebote gemacht werden; methodisch werden im Film den Protagonist_innen sowohl verbale als auch künstlerisch-spielerische Ausdrucksformen angeboten, was zu einer gewissen Leichtigkeit im Umgang mit schwierigen Erfahrungen führt. So kann das nötige Vertrauen für spätere oder vielleicht sogar unmittelbar anschließende Unterrichtsgespräche über die eigenen Erfahrungen wachsen.

Für Mitschülerinnen und Mitschüler sowie für Lehrerinnen und Lehrer ohne die Erfahrungen von Flucht oder Auswanderung ist der Film Anregung und Einladung, sich mehr in die Lage der Betroffenen hineinversetzen zu können und gegebenenfalls bei sich selbst Vorurteile und Vorstellungen zu entdecken, zu hinterfragen und in der Folge verändern zu können. Solche Gespräche sind, obwohl nicht leicht zu initiieren, von großer Wichtigkeit für die Schul- und Klassengemeinschaft und nicht zuletzt von gesellschaftlicher Relevanz, da über die Schüler auch die Eltern erreicht und für die Thematik sensibilisiert werden können.

Albert Horstmann, Münster
(Text aus dem Begleitheft, mit freundlicher Genehmigung)



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